Anwendung

Gefahr erkennen – richtig handeln

Der erste Schritt jedes Einsatzes ist die richtige Lagebeurteilung: Handelt es sich bei dem Unfallfahrzeug um ein Hybrid- oder Elektrofahrzeug mit Lithium-Ionen-Batterie?

Wichtige Hinweise liefern oft schon äußere Merkmale am Fahrzeug: entsprechende Schriftzüge oder Kennzeichnungen, orangefarbene Hochvoltkabel, eine fehlende Abgasanlage oder die Anzeige „Ready“ im Display.

Auch ein erkennbarer Ladeanschluss kann ein klares Indiz sein. Zuverlässige Auskunft bringen Rückfragen beim Unfallmelder oder bei Fahrzeuginsassen sowie eine Kennzeichenabfrage über die Leitstelle.

 

Brennt das Fahrzeug, erfolgt nach dem Beginn der konventionellen Brandbekämpfung – stets unter Atemschutz – der zweite, entscheidende Schritt der Lagebeurteilung: Hat im Inneren der Hochvoltbatterie bereits eine exotherme Reaktion eingesetzt?

Das thermische Durchgehen (siehe unten), bei dem in kürzester Zeit extreme Hitze entsteht, lässt sich durch typische Anzeichen erkennen: Geräuschentwicklung (Zischen oder Pfeifen), dichte Rauchentwicklung, Funkenflug und Stichflammenbildung aus der Lithium-Ionen-Batterie sowie ein abnormer, aromatischer Geruch.

Ergänzend liefert die Wärmebildkamera wertvolle Hinweise, indem sie Temperaturanstiege sichtbar macht und Bereiche kritischer Temperaturen präzise lokalisiert. Gibt es Hinweise auf einen Batteriebrand, kommt die E-Löschlanze® zum Einsatz.

Thermisches Durchgehen

Lithium-Ionen-Batterien sind das Herz moderner Elektromobilität. Als leistungsstarke Energiespeicher versorgen sie in batterieelektrischen Fahrzeugen das Hochvoltsystem für den Elektromotor. In der Regel sind sie in stabilen, nahezu hermetisch abgeschlossenen Gehäusen eingebaut, die geschützt in die Fahrzeugstruktur integriert sind – bei Pkw meist im Unterboden.

Wie brennt eine Lithium-Ionen-Batterie?

Kommt es jedoch zu Überladung, Kurzschluss, mechanischer Beschädigung oder hohen Temperaturen über 180 °C – etwa infolge eines Unfalls – dann bricht die Schichtstruktur der verwendeten Metalloxide zusammen. Die Folge ist das sogenannte thermische Durchgehen. Dabei werden hohe Energiemengen freigesetzt (exotherme Reaktion), innerhalb der Zelle bildet sich elementarer Sauerstoff, außerdem verdampft die Elektrolytflüssigkeit und es entstehen leicht brennbare Gase. Entzünden sich diese Gase, gerät die Lithium-Ionen-Zelle in Brand.

Besonders kritisch: Dieser Prozess verstärkt sich selbst, da die Lithium-Ionen-Zellen den für die Verbrennung benötigten Sauerstoff selbst erzeugen. Der Brand kann binnen in kurzer Zeit bei rasant steigenden Temperaturen auf benachbarte Zellen übergreifen – bis hin zur Ausbreitung auf das gesamte Fahrzeug oder die Umgebung.

Batteriebrände löschen

Derartige Brände von Lithium-Ionen-Batterien sind extrem schwer zu löschen. Üblicherweise werden sie mit großen Mengen Wasser von außen bekämpft, um die gesamte Batterie zu kühlen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Doch genau hier liegt das Problem: Bei nur unwesentlich beschädigten Batterien bleibt der eigentliche Brandherd im Inneren oft unerreichbar. Das robuste, thermisch isolierte Batteriegehäuse schirmt die Zellen ab – das Löschwasser dringt kaum bis ins Innere vor, und die Kühlwirkung bleibt begrenzt.

Doch das Wasser kann den Brandherd einer mechanisch nur unwesentlich beschädigten Batterie kaum erreichen und auch die Kühlwirkung ist aufgrund der thermischen Isolierung Batteriegehäuses begrenzt. Die Folge ist ein enormer Ressourcenaufwand, in kurzer Zeit werden häufig mehrere Tausend Liter Wasser benötigt

Präzises und schnelles Löschen mit der E-Löschlanze®

Die E-Löschlanze® besteht aus robustem, verstärktem Edelstahl und ist bis zu einer Spannung von 1.000 Volt elektrisch isoliert. Je nach Einsatzlage wird sie flexibel konfiguriert: mit passender Verlängerung, E-Abstandshalter und angeschlossenem D-Schlauch für die Wasserversorgung. Ein Druckreduzierer sorgt dabei für eine kontrollierte Ausbringung des Löschmittels von 40 Litern pro Minute – ideal, um die Batterie gezielt zu fluten.

Zunächst den Einbauort der Hochvoltbatterie und den geeigneten Einschlagort mit dem Rettungsdatenblatt lokalisieren, über die genaue Lage kann auch eine Wärmebildkamera Aufschluss geben. Dann die Lanze an dieser Stelle am Batteriekasten positionieren und unter fließendem Löschmittelstrom die Lanzenspitze kontrolliert mit einem Vorschlaghammer in den Batteriekasten einschlagen. Sobald sie korrekt (nicht zu tief) positioniert ist, zeigt sich rasch die Wirkung: Das Löschmittel gelangt direkt in die Zellen und erstickt den Brand durch Überflutung des Batteriekastens.

So lassen sich brennende Lithium-Ionen-Batterien mit der E-Löschlanze® schnell, gezielt und mit vergleichsweise geringem Löschmitteleinsatz bekämpfen.

Effektive Nachsorge – kühlen und kontrollieren

Auch nach dem Löscherfolg ist Aufmerksamkeit gefragt. Das Löschmittel muss weiterlaufen, bis eine ausreichende Abkühlung aller Batteriekomponenten sichergestellt ist. Die Temperatur in der gelöschten Hochvoltbatterie über die Wärmebildkamera überwachen, um ein erneutes Rückzünden zu verhindern

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